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Digitaler Nachlass — was deine Angehörigen wirklich brauchen

Wenn jemand stirbt, suchen die Hinterbliebenen. Nicht nach Geld — nach Zugängen. Nach dem Postfach, dem Handycode, dem Ordner mit den Papieren. Diese Liste sagt dir, was du zusammentragen solltest, bevor es jemand anders tun muss.

Zuletzt aktualisiert: 19. August 2026 · Zum Ausdrucken geeignet

Das meiste davon steht in keinem Testament.

Ein Testament regelt, wem etwas gehört. Es sagt nicht, wie man an das E-Mail-Postfach kommt, wo die Fotos der letzten zwanzig Jahre liegen oder welche Abos weiterlaufen und monatlich abbuchen. Genau diese praktische Lücke ist der digitale Nachlass.

Geh die Liste in Ruhe durch. Du musst nicht alles auf einmal schaffen — schon der erste Block hilft deinen Angehörigen mehr als alles andere.

Die Checkliste

Sieben Blöcke, geordnet nach dem, was zuerst gebraucht wird.

1

Dein E-Mail-Postfach

Der wichtigste Punkt überhaupt — fang hier an.

  • Welche E-Mail-Adressen hast du?
  • Bei welchem Anbieter liegen sie?
  • Gibt es alte Adressen, die noch für Konten hinterlegt sind?
  • Ist eine Zwei-Faktor-Bestätigung aktiv, und worüber läuft sie?

Warum zuerst: Fast jedes andere Konto lässt sich über „Passwort vergessen“ und das Postfach zurücksetzen. Wer da nicht hineinkommt, kommt fast nirgends hinein.

2

Konten und Zugänge

Wo bist du überhaupt angemeldet?

  • Online-Banking, Depot, Tagesgeld
  • Bezahldienste: PayPal, Klarna, Kreditkartenportale
  • Shops mit hinterlegter Zahlungsart
  • Soziale Netzwerke und Messenger
  • Cloud-Speicher: Google, Apple, Dropbox und andere
  • Kundenkonten: Strom, Telefon, Versicherung, Behörden
  • Passwortmanager — falls du einen nutzt, ist das der Generalschlüssel
3

Verträge, die weiterlaufen

Das hier kostet Geld, wenn es niemand findet.

  • Streaming, Musik, Zeitungen, Software-Abos
  • Mitgliedschaften und Vereine
  • Domains, Webhosting, Server
  • Mobilfunk, Internet, Versicherungen
  • Lastschriften, die du selbst kaum noch bemerkst
4

Geräte und was darauf liegt

Ohne Entsperrung bleibt vieles unerreichbar.

  • Handy und Tablet — welche Geräte gibt es?
  • Rechner, Notebook
  • Externe Festplatten, USB-Sticks, Netzwerkspeicher
  • Wo liegen diese Geräte?
  • Wie kommt man hinein? (Siehe Hinweis weiter unten.)
5

Erinnerungen

Was verloren geht, wenn niemand danach sucht.

  • Fotos: auf welchen Geräten, in welcher Cloud?
  • Videos und Sprachnachrichten
  • Chatverläufe, die dir wichtig sind
  • Digitale Musik-, Buch- oder Filmsammlungen
  • Gibt es davon eine Sicherung? Wo?
6

Menschen und Wünsche

Das, was nur du beantworten kannst.

  • Wer soll benachrichtigt werden — auch Menschen außerhalb der Familie?
  • Was soll mit deinen Konten geschehen: löschen oder bestehen lassen?
  • Gibt es Nachrichten, die jemand bekommen soll?
  • Wer ist deine Vertrauensperson — und weiß sie davon?
  • Gibt es etwas, das niemand lesen soll?
7

Papiere in der wirklichen Welt

Nicht digital, aber ohne diesen Block ist die Liste unvollständig.

  • Wo liegt das Testament im Original?
  • Wo liegen Vollmachten und Verfügungen?
  • Versicherungspolicen, Rentenunterlagen
  • Personalausweis, Pass, Geburts- und Heiratsurkunde
  • Bankschließfach — wo, und wer darf hinein?
  • Ordner, Safe, Schlüssel: wo genau?

Was auf so eine Liste nicht gehört

Bitte keine Passwörter im Klartext

Die häufigste und gefährlichste Abkürzung ist ein Zettel oder eine Datei mit allen Passwörtern. Wer sie findet, hat alles — und finden kann sie jeder, der die Wohnung betritt, das Handy in die Hand nimmt oder das E-Mail-Konto knackt.

Konkret vermeiden solltest du:

  • eine Notizzettel-App oder Textdatei mit Zugangsdaten
  • eine E-Mail an dich selbst mit der Passwortliste
  • ein unverschlüsseltes Dokument in der Cloud
  • einen Zettel in der Schreibtischschublade

Sinnvoller ist es, die Struktur festzuhalten — welche Konten es gibt, wo sie liegen, wer sie braucht — und die eigentlichen Zugangsdaten getrennt und verschlüsselt aufzubewahren, sodass sie erst im Ernstfall an die richtige Person gehen.

Und keine Liste, die niemand findet

Der zweite häufige Fehler ist das Gegenteil: alles so gut zu sichern, dass es im Ernstfall niemand öffnen kann. Eine Vorsorge, von der deine Vertrauensperson nichts weiß, ist keine Vorsorge. Sag ihr, dass es sie gibt — und wie sie im Ernstfall daran kommt.

Wo Semperia dabei hilft

Semperia ist ein verschlüsselter Tresor für genau diese Informationen. Du trägst ein, was oben auf der Liste steht, bestimmst eine Vertrauensperson — und Semperia fragt regelmäßig nach, ob es dir gut geht. Meldest du dich über lange Zeit nicht mehr, bekommt diese Person das, was du ihr hinterlassen hast.

Der Tresor auf deinem Gerät ist kostenlos. Die Inhalte sind verschlüsselt und nur mit deinen sechs Wörtern lesbar.

Regle heute, was morgen ankommen soll.

Semperia ist im Google Play Store verfügbar — für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

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